Quelle Care Invest vom 25.06.2009:
Der GKV-Spitzenverband sieht bis zu 3,3 Mrd. Euro an Mehrkosten auf die Pflegeversicherung zurollen, wenn der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff so umgesetzt wird, meldet das Hauptstadtbüro von Vincentz Newtwork.
Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff bereitet seinen Vätern Bauchschmerzen. Knapp ein halbes Jahr nach Übergabe des Beiratsberichts an das federführende Bundesgesundheitsministerium und wenige Wochen nach der Vorlage der Umsetzungsempfehlung zog Vorstand K. Dieter Voß anläßlich einer Klausurtagung des GKV-Spitzenverbandes am 23./24.6. eine wenig optimistische Zwischenbilanz. Es fehle an Geld, die als notwendig erachteten Strukturveränderungen umzusetzen.
So erscheint die Finanzierung der Modelle abgestuft in fünf Bedarfsgrade und insgesamt 100 Punkten je nach Beeinträchtigung der Selbständigkeit um einiges teurer zu kommen als die bisherige Bezahlung nach Pflegezeit. Allein die Ausschüttung eines minimalen zweckgebundenen Geldbetrags von 100 € kostet im Bedarfgrad 1 nach Berechnungen des GKV-Spitzenverbandes 767 Mio. Euro. Übertragen auf die verschiedenen Varianten summiert sich der Betrag zum Beispiel in Szenario III (Modell mit alternativen Geldwerten) auf bis zu 3,3 Mrd Euro Mehrbedarf pro Jahr.
In der Realität wird die aktuell noch vorhandenen Reserve von 3,8 Mrd. Euro ohne Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung unter Beibehaltung des Status quo „spätestens 2014 aufgebraucht sein“, warnt Voß. Damit wird die die Aussage, dass der GKV-Verband den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff „begrüßt und zur politischen Umsetzung empfiehlt“ ein wohlfeiler Wunsch bleiben.
Kommentar DIS Institut: Egal welche Richtung die Reform im Detail einschlagen wird. Fest steht, der neue Pflegebedürfigkeitsbegriff kommt und schafft ein abgestuftes System von Leistungen und (Kosten) Erstattungen. Das die Pflegeversicherung zu reformieren ist, steht außer Frage und ein Zurück gibt es nicht mehr. Worauf man sich heute bereits einrichten kann, ist eine Verschiebung von Leistungsbilder und Versorgungsformen.
Der bisherige Grundsatz ambulant vor stationär wird unserer Meinung nach abgelöst durch die klarere Formulierung „die Pflegeversicherung ist eine Teilkasko“. Dieser bildliche Vergleich überlässt den Betroffenen bzw. der Kommune die ergänzende Finanzierung von Deckungslücken.
Aufgrund dieser Entwicklung werden sich ganz automatisch verschiedene Wohn- und Versorgungsformen sowie Alternativen im Laufe der Zeit positionieren. Sich heute schon entsprechend aufzustellen, beispielsweise durch Kooperationen und Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft, ist mehr als eine Floskel. Die in der Vergangenheit propagierten Wachstumsraten vor allem von vollstationären Einrichtungen, in Verbindung mit Stand-Alone Konzepten (also das Investments ausschließlich in Pflegeimmobilien), könnte sich in den kommenden Jahren unter wirtschaftlichen Aspekten als „spannend“ herausstellen. Sicher besteht auch hier Investitions- und vor allem Modernisierungsbedarf, nur wird dieses in Verbindung mit ganzheitlichen Konzepten und der Abbildung von Versorgungsketten zu sehen sein.
Die Träger der Einrichtungen werden das Thema strategisch angehen müssen, in Verbindung mit der Frage nach einer geeigneten Immobilienstrategie. Auch hier gilt, es ist und bleibt ein regional-lokales Geschäft, wo noch der Name und die sich dahinter engagierenden Menschen zählen.
Egal welche Richtung die Reform im Detail einschlagen wird. Fest steht, der neue Pflegebedürfigkeitsbegriff kommt und schafft ein abgestuftes System von Leistungen und (Kosten) Erstattungen. Das die Pflegeversicherung zu reformieren ist, steht außer Frage und ein Zurück gibt es nicht mehr. Worauf man sich heute bereits einrichten kann, ist eine Verschiebung von Leistungsbilder und Versorgungsformen.
Der bisherige Grundsatz ambulant vor stationär wird unserer Meinung nach abgelöst durch die klarere Formulierung “die Pflegeversicherung ist eine Teilkasko”. Dieser bildliche Vergleich überlässt den Betroffenen bzw. der Kommune die ergänzende Finanzierung von Deckungslücken.
Aufgrund dieser Entwicklung werden sich ganz automatisch verschiedene Wohn- und Versorgungsformen sowie Alternativen im Laufe der Zeit positionieren. Sich heute schon entsprechend aufzustellen, beispielsweise durch Kooperationen und Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft, ist mehr als eine Floskel. Die in der Vergangenheit propagierten Wachstumsraten vor allem von vollstationären Einrichtungen, in Verbindung mit Stand-Alone Konzepten (also das Investments ausschließlich in Pflegeimmobilien), könnte sich in den kommenden Jahren unter wirtschaftlichen Aspekten als “spannend” herausstellen. Sicher besteht auch hier Investitions- und vor allem Modernisierungsbedarf, nur wird dieses in Verbindung mit ganzheitlichen Konzepten und der Abbildung von Versorgungsketten zu sehen sein.
Die Träger der Einrichtungen werden das Thema strategisch angehen müssen, in Verbindung mit der Frage nach einer geeigneten Immobilienstrategie. Auch hier gilt, es ist und bleibt ein regional-lokales Geschäft, wo noch der Name und die sich dahinter engagierenden Menschen zählen.
Von: serviceimmobilien am 30. Juni 2009
um 12:44